Geschrieben von Burkhard Ritz
am 22.08.2008
Krisengebiet Ostdeutschland
Die Bevölkerungsstruktur in den neuen Bundesländern gilt laut Studie vom Berlin-Institut zum "demografischen Krisengebiet Europas". Seit der Wiedervereinigung haben 1,7 Millionen Menschen Ostdeutschland in Richtung Westdeutschland verlassen. Es sind nirgendwo in Europa so viele junge Frauen abgewandert wie aus der ehemaligen DDR. Die Folgen sind weniger Nachwuchs, Überalterung und eine ausgedünnte künftige Elterngeneration. Bessere Zukunftschancen als Ostdeutschland haben sogar Slowenien, die Slowakei, die Tschechische Republik und Ungarn. Deutschland unterscheidet sich damit am stärksten in Gewinner- und Verliererregionen in Europa. Sachsen-Anhalt ist als Verliererregion am stärksten betroffen, vergleichbar mit entlegenen Gebieten in Rumänien, Bulgarien, Polen und Süditalien. Als Synonym für den demografisch-ökonomischen Niedergang gelte dabei Dessau.